ÖPNV versus privater PKW

OePNVDer öffentliche Nahverkehr stellte in den Nachkriegsjahren zunächst die einzige Möglichkeit dar, um mobil zu sein. Busse und Bahnen ermöglichten zum ersten Mal das tägliche Pendeln zwischen Arbeitsplatz an einem anderen Ort und dem eigentlichen Wohnort.

Mit dem Aufkommen des privaten PKWs wurde der öffentliche Nahverkehr immer mehr zurückgedrängt. ÖPNV war zu langsam, zu teuer und zu unbequem wenn man ihn mit dem privaten PKW vergleicht.

Dies führte dazu, dass Bahnstrecken stillgelegt wurden und in den Städten viele Parkplätze gebaut werden mussten. Dies wiederum führte zu immer schwieriger werdenden Verkehrssituationen (Verkehrsstau) in den Ballungszentren.

In den letzten Jahren wurde Baugrund in den Ballungszentren zunehmend wertvoller, also teurer. Parkplätze können nur wenig Rendite erwirtschaften. Immer mehr der bisherigen Parkplätze wurden entweder umgewidment (bebaut oder zu Grünflächen umgewidmet). Die wenigen vorhandenen Parkplätze sind entsprechend teuer geworden.

Die aktuelle Verkehrssituation in den Städten führt zu einem Umdenken. Viel mehr Menschen entsinnen sich auf den ÖPNV. Auch hier hat die Politik diesen Trend erkannt. In den Ballungszentren ist viel in den ÖPNV investiert worden in den letzten Jahren, was den ÖPNV noch attraktiver macht. Durch viele Menschen, die den ÖPNV nutzen, können die Taktzeiten verkürzt werden, was ihn wiederum noch attraktiver macht.

In den Ballungszentren ist heute fast jedes wichtige Ziel zu den wichtigen Tageszeiten per ÖPNV erreichbar.

Das früher zählende Argument: „Ich hab ja sowieso ein Auto und dann ist das billiger.“ dreht sich zunehmend ins Gegenteil. Heute sagen bereits viele Menschen: „Ich hab ja sowieso eine ÖPNV-„Flatrate“ und dann brauch ich gar kein Auto mehr. Und wenn ich eins brauche, dann kann ich es immernoch leihen.“ Letztere Aussage erklärt auch, dass z.B. „carsharing“ in den Städten durchaus erfolgreich sein kann, während „carsharing“ auf dem Land nahezu unbekannt ist.

Wir sehen, dass die Situation in den Ballungszentren sich stark von der Situation auf dem Lande unterscheidet. Es wäre illusorisch z.B. eine Taktzeit von 15 Minuten (oder kürzer) für den Bus nach Korbach einrichten zu wollen.

Auf dem Lande wird der private PKW noch lange das Mittel der Wahl sein, um Personentransporte in einem angemessenen Rahmen durchführen zu können.

Aber auch in der Stadt wird der ÖPNV niemals den gesamten Verkehr ersetzen können.

Der ÖPNV wird einen großen Teil der Personentransporte aber nur einen sehr geringen Teil des gewerblichen Verkehrs übernehmen können. Sobald Waren, Maschinen oder Werkzeuge zu transportieren sind, werden wir weiter auf Kraftfahrzeuge angwiesen sein. Hier ergibt sich kein Unterschied zwischen Stadt und Land.

Unser Fazit:

Auch in Berndorf sehen wir, dass der Anteil der gewerblichen Fahrten am Gesamtverkehr mehr und mehr zunimmt. Beim gewerblichen Verkehr ist auf absehbare Zeit keine Verminderung der Transporte zu erwwarten. Das Gegenteil ist der Fall: Die Anzahl der gewerblichen Fahrten nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Die gewerblichen Fahrten (LKWs / Traktoren / Sprinter …) verursachen einen weit größeren Anteil am Verkehrslärm als die meistens einigermaßen leise „gleitenden“ PKWs.

Aus diesem Grunde halten wir den Bau einer Ortsumfahrung für dringend geboten.

Berndorf ohne Autobahn