Lückenschluss A49

Bei der A49 handelt es sich um eine Entlastungsautobahn zwischen Kassel und Gießen.

Lückenschluss A49
modifizierte Quelle: http://www.openstreetmap.de/karte.html

Die A49 ist seit langem geplant, jedoch wurde (1994) lediglich der nördliche Teil (von Kassel bis Neuental) realisiert. Diese Autobahn endet „irgendwo im Nirgendwo“ und wurde daher bisher nur von wenigen Fahrzeugen benutzt. Zeitweise war dieses Stück Autobahn Filmkulisse, Teststrecke oder einfach nur Parkplatz.

Seit 2011 ist ein weiterer Abschnitt von Neuental bis nach Schwalmstadt im Bau. Dieser Teil wird mit dem neuen Frankenhain-Tunnel abgeschlossen.

Für den dritten und vierten Bauabschnitt ist noch kein Baubeginn erfolgt. Immerhin sind die Planungen abgeschlossen. Es existiert ein Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2012.

Lückenschluss A49
modifizierte Quelle: http://www.openstreetmap.de/karte.html

Ohne die letzten beiden Bauabschnitte (Lückenschluss) wird die A49 weiterhin kaum Entlastung für irgendjemanden bringen.

Am 28.06.2017 wurde bekannt gegeben, dass die Gelder für die fehlenden beiden Teilabschnitte (VKE 30 und 40) nun freigegeben worden sind. Es können also jetzt die notwendigen Ausschreibungen erfolgen. Aktuell wird mit einer Fertigstellung im Jahr 2025 gerechnet. Hoffen wir, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

Die A49 ist als Entlastung für die aktuelle Strecke über die A5/A7 geplant, eine Entlastung der B252 spielte bei den Planungen keine Rolle.

Die A49 verkürzt die Strecke zwischen beiden o.g. Orten (wenn sie fertig gebaut worden ist) um ca. 15km. Viel wichtiger ist (für den Schwerlastverkehr) jedoch das Streckenprofil. Die A49 weist im Vergleich zur A5/A7 deutlich weniger Höhenmeter auf. Für den 40-Tonner ergibt sich dadurch ein Zeitgewinn von geschätzten ca. 15 bis 20 Minuten. Dies führt zu einer deutlichen Kostenersparnis für den Spediteur.

Man kann davon ausgehen, dass der Schwerverkehr von Hamburg/Hanover in Richtung Frankfurt diese Strecke nutzen wird. Hieraus ergibt sich ferner eine deutliche Entlastung der A5/A7, die aktuell zwischen Hattenbacher und Kirchheimer Dreieck oftmals sehr stark belastet ist. Auch im weiteren südlichen Verlauf der A5 kommt es oft zu Stausituationen, die durch die neue Autobahn abnehmen dürften.

Selbstverständlich bringt die Autobahnanbindung auch für Betriebe in Schwalmstdt und Stadtallendorf eine bessere Anbindung und somit höhere Attraktivität.

Die B62, die B454 und die B3 werden ebenfalls entlastet.

Bei all diesen Überlegungen spielt der Verkehr auf B252 eine relativ geringe bis gar keine Rolle. Schwerverkehr von Hamburg nach Frankfurt wird (aktuell) nicht die B252 benutzen, denn es ergäbe sich kein (zeitlicher) Vorteil. Mautbetrachtungen spielen (zumindest bei größeren Speditionen) kaum bis gar keine Rolle. Andererseits wird der Schwerverkehr aus Frankfurt in Richtung Paderborn/Osnabrück/Bremen vermutlich eher selten auf die A49 ausweichen. Die Route ist nach wie vor deutlich länger als die Fahrt über die B252.

Dennoch nehmen wir an, dass eine geringfügige Entlastung auch für die B252 stattfinden könnte, allerdings erwarten wir hier höchstens eine Entlastung im unteren einstelligen Prozentbereich. Das dürfte bei den aktuellen Zuwachsraten in ein bis zwei Jahren „aufgeholt“ sein.

Wir nehmen ferner an, dass eine Entlastung durch die Fertigstellung der A49 (in absoluten Zahlen) deutlich geringer ausfallen wird, als es andererseits die Zunahme der Transporte durch Berndorf im Rahmen der Fertigstellung der A33 nördlich von Bielefeld sein wird. Die Fertigstellung (Lückenschluss) der A33 ist für Ende 2019 (realistisch 2020) geplant.

Fazit für Berndorf:

Die Fertigstellung der A49 hilft vielen, den Berndorfern aber wohl eher nicht.

last revised: 2017-07-03

 

Berndorf ohne Autobahn