Situation in Städten

In Städten finden wird zum Teil sehr unterschieliche Bedingungen vor wie Mobilität realisiert werden kann.

Schauen wir und dazu die verschiedenen Arten von Städten an:

 

Kleinstädte in Waldeck-Frankenberg und anderswo

Kleinere Städte in Waldeck-Frankenberg wie wir sie kennen (Korbach, Frankenberg, Bad Arolsen und Bad Wildungen) haben (jedenfalls im Vergleich zu größeren Städten) kein wirkliches Verkehrsproblem. Diese Städte haben schon vor längerer Zeit erkannt, dass man den Durchgangsverkehr am Sinnvollsten außen vorbei geführt werden muss. Keiner will zurück zu den Zeiten, als der Durchgangsverkehr noch mitten durch die Stadt donnerte.

Es ist üblich mit dem Auto in die Stadt („nach Korbach“) zu fahren. Es gibt kein Parkplatzproblem und man kann auch viele Dinge dort kaufen. Es gibt sogar Tage wo wir mehrmals „nach Korbach“ fahren.

Selbst nachdem das gute alte Parkdeck weggefallen ist, stehen nach wie vor ausreichend Parkplätze zur Verfügung. (Siehe dazu auch folgender Bericht der HNA zum Korbacher Parkdeck.)

Der Verkehrsfluss ist durch den Bau der vielen Kreisel inzwischen sehr viel effizienter geworden.

Erinnern wir uns eigentlich noch daran wie groß der Aufschrei war, als seinerzeit an der Briloner Straße/Westring/Nordring der erste Kreisel eine Ampelkreuzung ersetzen sollte? Heute will keiner mehr zurück zu den Ampelkreuzungen an denen man praktisch immer warten musste.

In Korbach sind die großen Verkehrsprobleme bereits lange gelöst. Das soll natürlich nicht heißen, dass man nicht hier und da vielleicht doch noch das ein oder ander Detail verbessern könnte.

 

Mittelgroße Städte

Schauen wir uns mittelgroße Städte an wie in Hessen z.B. Kassel, Marburg, Gießen oder Darmstadt dann sehen wir folgendes:

Wenn man keine Maßnahmen ergreifen würde, dann würden diese Städte im Verkehrchaos versinken. U.a. Luftreinhaltungsvorschriften zwingen jedoch zu Maßnahmen.

Die Maßnahmen sehen bei Städten dieser Größenordnung oftmals so aus, dass man den Individualverkehr mittels restriktiven Maßnahmen dezimieren möchte. Die wichtigste Maßnahme dabei ist der Rückbau von Parkplätzen. Die verbleibenden Parkplätze werden „bewirtschaftet“ und sind dementsprechend teuer. Dies ergibt sich auch aus der höheren Rendite, die man sich bei Bebauung eines bisherigen Parkplatzes verspricht.

Siehe dazu auch Parkplatzgebühren in Darmstadt, Parkplatzverdraengungsverkehr und der Bericht über die Parkplatzsituation in Kassel.

Allein durch diese Maßnahmen kann das Verkehrsaufkommen in diesen Städten erheblich reduziert werden. Aber was bedeutet das für die Stadt?

Wer z.B. aus dem Umland kommend als Kunde oder für einen Arzt- bzw. Behördenbesuch in die Stadt hinein möchte, der sollte sich schon überlegen, ob nicht der ÖPNV eine Alternative darstellen kann. ÖPNV ist in der Tat in den letzten Jahren erheblich leistungsfähiger geworden und auch die Preise sind inzwischen konkurrenzfähig geworden.

Eine andere Alternative kann auch z.B. ein Klapp- oder Faltfahrrad sein, das man dann mit in die Innenstadt nimmt. Klappfahrräder aus den 70ern schienen fast vollständig verschwunden, neuartige Falträder erleben aber heute gerade wegen der problematischen Parkraumsituation in den Innenstädten eine Rennaissance (die gibt’s übrigens auch schon elektrisch).

In mittelgroßen Städten hat das Fahrrad insgesamt sehr stark an Bedeutung gewonnen. Viele Wege sind mit dem Fahrrad schneller und einfacher zu erledigen als mit dem Auto („Wo finde ich einen Parkplatz“). Dies wird besonders deutlich an den Tagen, wo man kaum mit dem Fahrrad fahren kann (Regen/Schnee/Eis). An solchen Tagen bricht oftmals auf der Straße das Chaos aus, u.a. weil dann sehr viele Radfahrer plötzlich doch auf den PKW umsteigen. Andersherum gesagt: An fahradgeeigneten Tagen, findet auch der Straßenverkehr viel entspannter Stadt.

Viele potenzielle Kunden sind dennoch verstört und vermeiden die Innenstädte. Im nahen Umland dieser Städte haben sich Einkaufszentren angesiedelt, die mit dem Auto gut erreichbar sind.

Die Innenstädte von Kassel und Darmstadt klagen über zurückgehendes Geschäft im Einzelhandel.

In Kassel geht man ins DEZ, in Darmstadt weicht man in die Einkaufszentren mit Parkplätzen im benachbarten Weiterstadt aus.

Durch Reduktion von Parkraum trifft man jedoch erstmal nur den Individualverkehr. Der Zulieferverkehr findet nach wie vor seinen Halteplatz (wenn’s sein muss halt in der zweiten Reihe).

Den Schwerverkehr kann man durch Verbote aussperren, wie z.B. in Darmstadt. Das Umland fürchtet eine erhebliche Zunahme des Schwerverkehrs dort. Siehe dazu entsprechende Berichte des Darmstädter Echo: Luftreinhaltungsplan stößt auf Kritik im Landkreis und Bürgermeister reagieren auf LKW-Durchfahrtsverbot. Weitere Informationen zu Darmstadt auch auf unserer Seite.

 

Großstädte wie wir sie in Deutschland kennen

In den deutschen Großstädten halten sich Probleme und Lösungen die Waage. In den 70ern und später wurde in die Auto-gerechte Stadt mit möglichst breiten Einfahrtstraßen investiert. Allerdings hat man dann festgestellt, dass es hier Grenzen gibt, die durch fehlenden Platz und Umweltverschmutzung z.B. durch Abgase gesteckt werden. In den letzten Jahren wurde zunehmend in den öffentlichen Nahverkehr sowie in stadtgerechtes Wohnen investiert.

Der tägliche Pendlerstrom konnte etwas eingedämmt werden. Die verbleibenden Pendler nutzen zunehmend den öffentlichen Nahverkehr, allein schon deswegen, weil es immer weniger (preisgünstige) Parkplätze gibt.

Die Nutzung des Fahrrades ist in begrenztem Rahmen dort möglich, wo die Entfernungen dies zulassen. Wer es sich leisten kann, in einer teuren Stadtwohnung zu wohnen, kann dann in einigen Fällen auf den privaten PKW ganz verzichten.

Entgegen wirkt die zunehmende Spezialisierung in vielen Berufen. Ein Spezialist für ein bestimmtes Fachgebiet kann es sich oftmals nicht aussuchen, wo der Arbeitsplatz sein wird. Es gibt inzwischen immer mehr Wochenend-Pendler, die während der Woche in einer Großstadt leben und arbeiten, während „zum Leben“ am Wochenende ein „attraktiver“ Wohnort woanders aufgesucht wird. Wenn dann noch z.B. ein Tag Heimarbeit pro Woche möglich ist, dann wird ein solcher Zustand oftmals über Jahre (oder Jahrzehnte) aufrechterhalten. Das Pendeln zum Arbeitsplatz wird nicht mehr täglich durchgeführt sondern nur wöchentlich, dafür aber dann über eine oftmals viel weitere Entfernung. Dies entlastet den täglichen Verkehr in und aus der Stadt. Durch die weiteren Entfernungen beim Pendeln wird der Verkehr auf die Strecken außerhalb der Stadt verlagert.

Der Durchgangsverkehr wird außen um die Stadt herum geführt und 40-Tonner aus der Stadt ausgesperrt. Schwerindustrie (hier erfolgt der Transport über schwere LKWs) ist in den Innenstädten  kaum noch zu finden und wird zunehmend außerhalb der großen Städte (oder gleich im Ausland) angesiedelt.

Der dennoch in den Städten notwendige Zulieferverkehr erfolgt mit kleineren LKWs und Transportern. In einigen Städten gibt es auch bereits Fahrradkuriere zum schnellenTransport von kleineren Warensendungen. Die vorhandene Straßeninfrastruktur wird auch hier zunehmend vom gewerblichen Verkehr genutzt („die parken dann eben überall“).
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In echten Metropolen ist es noch ganz anders

 

last revised: 2016-04-22

Berndorf ohne Autobahn