Blitzer

 

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In den letzten Jahren sind die sogenannten „Blitzer“ technisch sehr start weiterentwickelt worden und entsprechend kostengünstiger geworden. Viele Gemeinden können sich inzwischen derartige Geräte leisten. Diese Entwicklung sieht man sehr gut in vielen Ortsdurchfahrten entlang der B252.

Was bedeuten die „Blitzer“ nun für den Verkehr in den Ortsdurchfahrten?

Früher hat man Geschwindigkeits-beschränkungen kaum wahrgenommen und alles damit entschuldigt, dass man sagte: „Ich fahre nach Gefühl und das wird schon stimmen.“

Als dann die ersten „Blitzer“ kamen, waren sie zunächst mal nicht bekannt. Viele dappten in die Falle und wurden geblitzt. In den Anfangszeiten, d.h. in den ersten Monaten nach Aufstellen eines solchen Gerätes konnten viele Einnahmen verbucht werden. Der „Blitzer“ machte seinem Ruf als „Abzocker“ alle Ehre.

Nun sind einige Monate (in Berndorf) und einige Jahre in den anderen Ortsschaften vergangen. Was hat sich verändert?

Die Einnahmen durch den/die „Blitzer“ sind deutlich zurück gegangen. Wer einmal in die Falle „gedappt“ ist, versucht eine Wiederholung möglichst zu vermeiden. Lediglich Fremde, die die Strecke noch nicht kennen, lassen sich manchmal noch zu schnellerer Fahrweise verleiten.

Größtenteils wird an den Standorten der „Blitzer“ jetzt exakt nach Vorschrift gefahren.

In den Marburger Dörfern kommt hinzu, dass mancherorts ganztägig und mancherorts zumindest nachts „Tempo 30“ gilt. Die „Tempo 30“ Schilder sorgen auch tagsüber dafür, dass dort jedenfalls nicht schneller als 50 km/h gefahren wird.

In etlichen Orten gibt es mehrere „Blitzer“, sodass von Ortsanfang bis Ortsende bewusst exakt nach Vorschrift gefahren wird, genau so wie man es früher mal in der Fahrschule gelernt hatte und wie es eigentlich richtig ist.

Ja, und dadurch dass jetzt die zuvor besonders zügig fahrenden Fahrzeuge ein wenig ausgebremst werden, ist die durchschnittlich von einem Fahrzeug verursachte Lärmbelastung auch geringfügig kleiner geworden. Dieser Effekt dürfte allerdings durch ein inzwischen erhöhtes Fahrzeugaufkommen wieder neutralisiert worden sein.

Fragt man die Autofahrer, so ist natürlich keiner (höchstens derjenige, der selbst an einer Durchgangsstraße wohnt) von dieser restriktiven Maßnahme begeistert.

In Berndorf kommt hinzu, dass es nur einen „Blitzer“ an der Korbacher Straße gibt. Dies weiß auch der Autofahrer, der die Strecke zum wiederholten mal fährt.

Leider gibt es einige „Spezialisten“, die die Ortsausfahrt nach Arolsen als Beschleunigungsstrecke nutzen und hier wieder so richtig Gas geben.

Der Berndorfer „Blitzer“

Da der „Blitzer“ nur diejenigen Fahrzeuge erfasst, die schneller als ca. 59 km/h fahren (bei erlaubten 50 km//h) werden nur die wirklichen Raser ( > 59km/h) erfasst.

Nach den uns vorliegenden kummulierten Zahlen für Berndorf kann man davon ausgehen, das ca. jedes 2000ste Fahrzeug geblitzt wird (durchschnittlich ca. 7 Blitze pro Tag in Berndorf) . Von den „geblitzten“ Fahrzeugen bekommen ca. 3/4 einen entsprechenden Bußgeldbescheid (oder Ordnungswidrigkeit). Die verbleibenden ca. 25% der „geblitzten“ Fahrzeuge können nicht weiter verfolgt werden, da z.B. kein eindeutiges Bild entstanden ist oder es sich um ausländische Fahrzeuge handelt.

Ca. 7 Fahrzeuge pro Tag ( etwa 1 von 2000) fährt (im Jahr 2015) mit schneller als 59 km/h durch Berndorf.

Laut einer Verkehrserhebung (für Berndorf) aus dem Jahr 2012 (ohne Blitzer) waren es damals noch gut 200 Fahrzeuge pro Tag, die mit schneller als 60 km/h die Bushaltestelle passiert hatten.

Der Blitzer hat also zu einer deutlichen Verminderung der extrem schnell fahrenden Fahrzeuge geführt. Dies dient vor allem der Sicherheit.

Bei ca. 7 geblitzten Fahrzeugen pro Tag kann man andererseits kaum von „Abzocke“ von Seiten der Behörden sprechen.

In einigen Orten wird sogar bereits darüber nachgedacht, die Blitzer wieder zu demontieren, da die Wirtschaftlichkeit der Anlagen nicht (mehr) gegeben ist. Die Betriebskosten sind höher als die aus der Anlage erzielten Einnahmen.

Unser Fazit:

Ein „Blitzer“ erreicht, dass die Fahrzeuge, die besonders schnell unterwegs sind, sich langfristig doch an die bekannten Regeln halten (müssen). Jeder der sich an die bekannten Regeln hält, hat nichts zu befürchten. Einige Fahrer müssen allerdings ihr Fahrschulwissen wohl ein wenig auffrischen.

Es wird mehr Sicherheit erreicht, denn die besonders gefährlich (schnell) fahrenden Fahrzeugführer werden herausgesiebt und werden über kurz oder lang lernen, sich regelkonform zu verhalten.

Ein „Blitzer“ vermindert die Anzahl der durchfahrenden Fahrzeuge jedoch in keiner Weise.

Das durchschnittliche Lärmniveau wird sich (falls überhaupt) nur unwesentlich ändern.

last revised: 2015-08-31

Berndorf ohne Autobahn